Homeoffice während einer Hitzewelle wirft eine sehr konkrete Frage auf: Ist es besser, mehr Strom zu bezahlen, um zu Hause zu arbeiten, oder einen klimatisierten Coworking-Space zu buchen? Seit Mai 2026 rückt die Abfolge starker Hitzeperioden diese Entscheidung wieder in den Vordergrund, insbesondere in Wohnungen, die sich nur schwer kühlen lassen.

Um beim Homeoffice während einer Hitzewelle abzuwägen, müssen zwei Kostenblöcke getrennt werden. Der erste ist messbar: der Stromverbrauch der Klimaanlage. Der zweite ist deutlich schwerer zu beziffern: der Produktivitätsverlust, wenn die Hitze die Arbeitsbedingungen verschlechtert. Es gibt jedoch keine verfügbaren Zahlen, mit denen sich diesem Produktivitätsverlust verlässlich ein durchschnittlicher Kostenwert zuordnen ließe. Sinnvoll ist daher nicht, einen Betrag zu erfinden, sondern zu berechnen, ab welchem Verlustniveau Coworking interessant wird.

Was kostet ein klimatisierter Homeoffice-Tag?

Der für Mai 2026 zugrunde gelegte regulierte Stromtarif beträgt 0,2016 € pro kWh, ohne Grundgebühr. Der Verbrauch hängt stark vom Typ der Klimaanlage ab. Für ein mobiles Monoblock-Gerät werden 2,0 bis 2,5 kWh pro Stunde angegeben, während ein A+++-Inverter-Splitgerät bei 0,5 bis 0,8 kWh pro Stunde liegt.

Für einen Acht-Stunden-Tag ist die Rechnung einfach. Ein mobiles Klimagerät würde zwischen 16 und 20 kWh verbrauchen, also etwa 3,23 bis 4,03 € Stromkosten. Ein sehr effizientes Splitgerät würde zwischen 4 und 6,4 kWh verbrauchen, also etwa 0,81 bis 1,29 €. Diese Beträge enthalten weder die ohnehin für die Wohnung gezahlte Stromgrundgebühr noch die übrigen Stromverbräuche des Haushalts.

Weitere Größenordnungen zeigen, wie stark das Ergebnis je nach Gerät und Nutzungsrhythmus schwankt: Für ein A++-Splitgerät, das dreißig Tage lang fünf Stunden täglich genutzt wird, werden 24,19 € pro Monat veranschlagt, während ein günstiges mobiles Klimagerät bei acht Stunden täglicher Nutzung rund 64 € pro Monat erreichen kann. In Südfrankreich kann eine intensive Klimatisierung bei einem Vier-Personen-Haushalt die Gesamtkosten auf 150 € pro Monat treiben; während starker Hitze wird dabei ein Anstieg der Stromrechnung um 15 bis 25 % genannt.

Für den Vergleich mit Coworking nehmen wir bewusst das ungünstigste Heimszenario unter den genannten stündlichen Verbrauchswerten: 4,03 € für acht Stunden mit einem mobilen Klimagerät. Damit erhält Coworking in der Rechnung die bestmöglichen Chancen.

Ist Coworking günstiger als Klimatisierung zu Hause?

Im Jahr 2026 kostet ein einzelner Coworking-Tag in der Regel 15 bis 30 € außerhalb von Paris und 25 bis 50 € in Paris. Gegenüber maximal rund 4,03 € Stromkosten für acht Stunden mobile Klimatisierung ist das Ergebnis eindeutig: Betrachtet man nur die Energiekosten, bleibt das Arbeiten zu Hause günstiger.

Dasselbe gilt bei einem Monatsabo. Die ermittelten Open-Space-Preise für sechs große Städte liegen bei 400 € in Paris, 262 € in Lyon, 203 € in Marseille, 284 € in Bordeaux, 190 € in Toulouse und 229 € in Lille. Teilt man jedes dieser Abos durch 4,03 €, wären ungefähr nötig:

  • 99 Tage Klimatisierung zu Hause in Paris, um 400 € zu erreichen;
  • 65 Tage in Lyon, um 262 € zu erreichen;
  • 50 Tage in Marseille, um 203 € zu erreichen;
  • 70 Tage in Bordeaux, um 284 € zu erreichen;
  • 47 Tage in Toulouse, um 190 € zu erreichen;
  • 57 Tage in Lille, um 229 € zu erreichen.

Diese theoretische Schwelle liegt in allen sechs Fällen über der Dauer eines Monats. Anders gesagt: Ein Coworking-Abo, das ausschließlich zum Sparen bei der Klimatisierung gekauft wird, lohnt sich nicht. Die Rechnung ändert sich nur dann, wenn die Hitze so viel Zeit, Konzentration oder Arbeitsfähigkeit kostet, dass der wirtschaftliche Wert dieses Verlusts höher ist als die Mehrkosten des Coworkings.

Die echte Gewinnschwelle: Was ist Ihre verlorene Produktivität wert?

Die nützliche Formel lautet: Coworking-Kosten pro Hitzewellentag – Kosten der Klimatisierung zu Hause = minimaler täglicher Produktivitätsverlust, ab dem Coworking wirtschaftlich wird.

Nehmen wir an, ein Monatsabo wird nur gekauft, um mehrere Hitzewellentage zu überstehen. Beim hohen Heimszenario von 4,03 € pro Tag müsste mindestens folgender Produktivitätsverlust täglich vermieden werden, damit sich das Abo amortisiert.

Bei 10 Hitzewellentagen

  • Paris: etwa 35,97 € pro Tag;
  • Lyon: 22,17 €;
  • Marseille: 16,27 €;
  • Bordeaux: 24,37 €;
  • Toulouse: 14,97 €;
  • Lille: 18,87 €.

Bei 15 Hitzewellentagen

  • Paris: etwa 22,63 € pro Tag;
  • Lyon: 13,43 €;
  • Marseille: 9,50 €;
  • Bordeaux: 14,90 €;
  • Toulouse: 8,63 €;
  • Lille: 11,23 €.

Bei 20 Hitzewellentagen

  • Paris: etwa 15,97 € pro Tag;
  • Lyon: 9,07 €;
  • Marseille: 6,12 €;
  • Bordeaux: 10,17 €;
  • Toulouse: 5,47 €;
  • Lille: 7,42 €.

Mit dieser Rechnung wird aus einem Eindruck eine Entscheidung. In Toulouse sinken die Mehrkosten des Abos bei zwanzig sehr heißen Tagen nach Abzug der häuslichen Klimatisierung beispielsweise auf etwa 5,47 € pro Tag. In Paris müssten nach derselben Rechnung weiterhin fast 15,97 € pro Tag gerechtfertigt werden.

Coworking wird nicht deshalb interessant, weil die Klimatisierung zu Hause teuer ist; interessant wird es dann, wenn der zusätzliche Komfort einen Arbeitsverlust verhindert, dessen Wert die Mehrkosten übersteigt.

In welchen Städten lässt sich Coworking am leichtesten amortisieren?

Allein nach dem wirtschaftlichen Kriterium des Coworking-Preises haben Toulouse und Marseille unter den sechs verglichenen Städten die niedrigsten Schwellen, gefolgt von Lille und Lyon. Bordeaux ist teurer, und Paris ist mit Abstand am schwersten zu amortisieren. Diese Rangfolge sagt jedoch nicht aus, dass diese Städte mehr oder weniger Hitze erleben werden.

Es gibt nämlich keine verfügbaren Zahlen zur für 2026 prognostizierten Zahl der Hitzewellentage je Stadt und auch keine vergleichbare Messgröße für den Bestand schlecht gedämmter Wohnungen, mit der sich Klima, Dämmung und Coworking in einer Rangliste verbinden ließen. Zu behaupten, eine bestimmte Stadt werde genau 10, 15 oder 20 Hitzewellentage haben, wäre daher eine erfundene Prognose.

Die robusteste Methode besteht darin, diese Szenarien als persönliche Orientierung zu nutzen. Gibt es in Ihrer Stadt zehn sehr heiße Tage, verwenden Sie die entsprechende Zeile. Dauert die Periode fünfzehn oder zwanzig Tage, sinken die Coworking-Kosten pro tatsächlich genutztem Tag automatisch. Vergleichen Sie diese Mehrkosten anschließend mit dem tatsächlichen Wert der Arbeit, die Sie Ihrer Einschätzung nach zu Hause verlieren.

Die Anleitung in drei Fragen

  • Welche Ausstattung nutzen Sie? Ein effizientes Splitgerät kann über acht Stunden weniger als 1,30 € kosten, während ein mobiles Klimagerät mehr als 4 € kosten kann.
  • Wie viele Tage werden Sie Coworking tatsächlich nutzen? Je höher diese Zahl ist, desto stärker verteilt sich das Monatsabo auf viele Tage.
  • Was ist ein beeinträchtigter Arbeitstag wert? Nur dieser Faktor kann die Rechnung kippen, muss aber aus Ihrer eigenen Situation abgeleitet werden, weil ein verlässlicher Durchschnittswert fehlt.

Für Angestellte, die zu Hause gut eingerichtet und produktiv sind, bleibt das Zuhause fast immer die günstigste Lösung, wenn nur direkte Ausgaben verglichen werden. Wer dagegen in einer sehr heißen Wohnung arbeitet und einen erheblichen Teil des Tages verliert, für den kann Coworking schon lange sinnvoll sein, bevor die Stromrechnung dazu zwingt. Die Schwelle ist daher nicht nur klimatisch, sondern vor allem wirtschaftlich und persönlich.